Der Tag ist jetzt eh schon im A…

… Na, wir wollen doch höflich bleiben.

Der Beitrag von innerwelt inkl der Videos in einer der dazugehörigen Antworten, schließlich der Bericht, der auf butterblumenland gepostet wurde, gaben mir mal wieder den oft zitierten Rest, während mir die Tränen herunter liefen.

Eigentlich wollte ich gestern noch meine Gedanken zu Papier bzw. auf den Bildschirm bringen, aber es ging nichts mehr. Mein Kopf war überladen und gleichzeitig wie leer gefegt. Ich sprach auch kaum mehr ein Wort. Selbst meine Tochter fragte mich, was mit mir los sei, und ich zeigte ihr die beiden Blog-Beiträge. Ihre Antworten darauf erspare ich Euch, nur so viel: Sie tröstete mich!

Sie, die diagnostizierte Autistin im Jugendalter, mich, die bisschen verschrobene aber gleichzeitig so verständnisvolle Mutter, erwachsen.

Das  muss man sich mal vorstellen! Eine Autistin, die schon so Einiges über sich ergehen lassen musste, jetzt jedoch auf dem besten Wege ist, ihr Leben zu meistern, selbstführend und eigenständig, mit Herz und Verstand, aus eigenem Antrieb und mit Lust am Leben.

ABA – immer wieder bekomme ich davon ein solch erdrückendes Gefühl in Brust und Magen, dass mir lautlos die Tränen herunter laufen. Gleichzeitig verstehe ich nicht, wer genau denn nun Recht haben will, wenn sich immer vorgeworfen wird, keiner hätte Ahnung, dies und jenes sei nicht mit ABA zu vergleichen, oder die Vorgehensweise sei „falsches ABA“ – da werden sich aber die Knospe-Leute freuen! Sollen sie sich selbst die Köpfe einschlagen, vielleicht hält es ja die einen oder anderen Eltern davon ab, weil sie verunsichert sind, wohin sie denn nun gehen sollen. Welches ABA ist denn nun so wissenschaftlich getestet und als wirksam erwiesen?

Seit Anfang 2004 werden von Knospe-ABA in Deutschland Workshops und Beratungen, inkl. Entwicklung von Förderprogrammen, für Familien mit Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen in Europa angeboten. Hier geht es um mehr als 300 Kinder in Deutschland und umliegenden Ländern.

Das Bremer Elterntrainingsprogramm wurde 2002 von H. und R. Cordes entwickelt, … und wurde bisher sehr erfolgreich mit mehr als 40 Familien durchgeführt.

Nun ja. Vermutlich gehen diese beiden Anbieter (sie werden nicht die einzigen sein) völlig unterschiedliche Wege und das Konzept hört sich nur zufällig ähnlich an.

Einmal heißt es so…

Vielfältige wissenschaftliche Effektivitätsstudien belegen, dass durch sog. „EIBI (Early Intensive Behavioural Intervention)-Programme, die eine sehr früh einsetzende (bis zum 5. Lebensjahr), autismusspezifische, verhaltenstherapeutisch orientierte, hoch intensive Intervention (30-40 Std./Woche) einsetzen, alle geförderten Kinder signifikante Lernfortschritte machen, 30-40% sogar ein annähernd normales Funktionsniveau erreichen können.

Ein anderes Mal so…

Applied Behavior Analysis (ABA – angewandte Verhaltensanalyse) ist eine Behandlungsmethode für Autismus. Dieses Verfahren basiert auf wissenschaftliche Grundregeln des Verhaltens, um sozial nützliche Repertoire (Charaktereigenschaften) aufzubauen und problematisches Repertoire zu verringern. Die ABA-Methode für Autismus konzentriert sich auf kleine messbare Einheiten des Verhaltens, die systematisch unterrichtet werden […] Dabei können wir auf die Ergebnisse 50-jähriger Forschung zurückgreifen und müssen uns nicht über ‚Versuch und Irrtum’ vorantasten. Glücklicherweise sind die Methoden bekannt und stehen uns zur Verfügung.

Wer bietet mehr?

Nun muss ich nicht auch noch alles zerlegen, obwohl ich dies eigentlich gerne mache, nur fehlt mir hierzu schlicht die Kraft, weshalb ich auf diesen Artikel hinweise, der wiederum auf weitere Beiträge verweist…

Letztendlich wollte ich aber auf etwas anderes hinaus:

Die zwei oben verlinkten Blog-Beiträge hatte ich gestern drei Leuten geschickt und zwei weiteren vorgelesen. Sie kennen uns alle persönlich, sie begleiteten uns auch durch schwierige Zeiten. Ich fragte sie ernsthaft, ob ich meiner Tochter hätte diese Therapie „gönnen“ sollen.

Allein von den Berichten schockiert kam ein direktes „Wer tut seinen Kindern nur so etwas an!?“ und weiter „Ich hätte das nie zugelassen!“

Erreichen möchte ich damit jeden, den ich kenne, die wiederum jemanden kennen, usw. usf. Viele von ihnen haben sich nicht mal intensiv mit Autisten beschäftigt, aber jeder hat irgendwo in der Familie Kinder, und keiner käme auf die Idee, so mit Schutzbefohlenen umzugehen.

Diesen Beitrag kann und möchte ich leisten.

Ich kann nicht behaupten, dass es mir gut damit geht, wenn ich mich mit diesem Thema beschäftige, aber nur dumm rumsitzen kann ich auch nicht.

Also bitte, postet weiter! Lasst die Stimmen nicht leiser werden!

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