Alle Jahre wieder…

 

… Nein, das wird jetzt kein Weihnachtslied, keine Angst.

Muttertag. (Alle, die viel Wert auf diesen Tag legen, sollten besser nicht weiter lesen. Ich habe nicht vor, jemanden dieses Ereignis zu verderben!)

 

Je älter die Kinder werden – ich wurde vor 22 Jahren das erste Mal Mutter, und inzwischen sind mir alle Drei über den Kopf gewachsen – desto mehr verliert dieser Tag an Bedeutung für mich, mittlerweile werde ich sogar beinahe aggressiv.

Diese abgedroschenen Glückwünsche, nicht von meinen Kindern, sondern von *was weiß ich wem*. Sprüche, Bildchen, Gedichte, mal eben über Whats App verschickt… Dieses „Hach, wie schön!“ und „Lass es dir gut gehen!“ und „Du bist eine so tolle Mutter!“

Ach, nur heute?

Dafür gibt es dann Blümchen, die unaufhaltsam in einer Vase vor sich hin sterben, Pralinen, Kuchen, oder sonstiges Gebäck… Vielleicht sogar ein Schmuckstück… Man macht einen Ausflug, geht zum Essen, alle zusammen versteht sich…

Nur heute?

Nein, bleibt mir bloß weg mit dem Zeug!

Ich bin jeden Tag Mutter. Das habe ich so gewollt, und dafür brauche ich keinen Orden. Ich liebe meine Kinder, meine Familie, ich gehe für sie durchs Feuer (RW), ich gebe ihnen Geborgenheit, Wärme, Vertrauen, Mut, Zuversicht,… Jeden Tag, so gut es mir gelingen mag.

Mutter“tag“ ist für mich:

Wenn mir meine Tochter ein Gebäck in Herzform mitbringt und es kommentarlos auf einem Teller vor mich hinstellt, während ich vor dem PC sitze.

Wenn mein Jüngster in die Küche kommt, während ich Gedanken versunken beim Abspülen stehe, und mich einfach so in den Arm nimmt.

Wenn mein Großer aus seinem Zimmer kommt und mich fragt, ob ich mal mitkommen möchte, weil er mir ein lustiges Video zeigen will.

Wenn mir mein Mann eine bestimmte Süßigkeit vom Einkaufen mitbringt, weil er weiß, dass ich das so gerne mag.

Wenn ich, weil ich mich noch nicht zum „alten Eisen“ zähle, mit meinem Mann in unserem Lieblings-Club stehe, und sich mein Ältester mitsamt seinen Kumpels wie selbstverständlich zu mir stellt, weil er sich nicht schämt, dass „seine Alte“ da ist.

Wenn sich meine Tochter vertrauensvoll von mir in den Arm nehmen lässt, und ihre Stirn auf meine Schulter legt.

Wenn der „Kleine“ mir dankt, dass ich immer zu ihm stehe und mich immer wieder um ihn bemühe, obwohl er weiß, dass er manchmal ziemlich schwierig ist.

Wenn mir mein Mann einfach nur zuhört, was ich mit oder wegen der Kinder erlebt habe, mal wieder durchmachen musste, für sie erkämpft und erreicht oder eben nicht erreicht habe…

Momente.

Momente, in denen ich jedes mal ein riesen Geschenk bekomme.

Liebe.

Vertrauen.

Respekt.

Anerkennung.

Nicht mit Geld zu bezahlen, nicht in Worte zu fassen, und schon gar nicht auf einen Tag zu beschränken.

Ehrlich.

Aus tiefstem Herzen.

Nicht erzwungen.

Nicht geheuchelt.

Rein.

So wie Kinder eigentlich sind.

Dafür bin ich dankbar. Jeden Tag. Auch an den Tagen, an dem so gar nichts rund laufen will. Denn ich weiß, wenn es darauf ankommt, sind wir füreinander da.

Nicht nur heute.

 

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