Mischformen – Aspie Mom

 

Sehr interessante Fragen, die einiges zu überlegen bereit halten.

Ich persönlich tu mir mit den Unterschieden „Kanner-“ oder „Asperger-Autist“  z.T. schwer.

Bei Männern sowieso, weil wir nur Autistinnen in der direkten Familie haben.

Meine Tochter hat die Asperger-Diagnose bekommen, weil ihre Entwicklung „normal“, teils reicht früh vonstatten ging. Laufen, sprechen, usw… gab nie Grund zur Beunruhigung.

Nur auffällig war sie von der ersten Stunde an. Ein 24-Stunden-Kind, mehr geschrien als Ruhe gefunden. Nix mit „wird etwa ab dem 3. Lebensjahr auffällig“.

ist es möglich, dass es auch bei Männern Mischformen gibt, die sich ggf. erst nach Jahren herauskristallisieren? So wie Frauen immer mehr kompensieren und sich irgendwie trotz aller Schwierigkeiten anpassen (wie besagte Autistin, oder sh. Temple Grandin!!) um dann mit zunehmendem Alter wieder zu dekompensieren, weil es einfach zu viel und anstrengend ist (so wie ich).

Ist es möglich, das ein scheinbarer Asperger-Autist, tatsächlich Kanner-Autist ist und dies sichtbar wird, weil er zuviel zu ertragen hatte?

Kann ich auch nur von uns aus beantworten: Ich bin ganz sicher jetzt auffälliger als früher, weil ich kaum mehr Kapazitäten zum Kompensieren habe.

Meine Tochter hat durch die Schule ein schweres Trauma erlitten – waren heute bei meiner Psychiaterin, die dies bestätigte, aber dazu später mehr – und hält jetzt schon nicht mehr so viel aus wie noch vor zehn Jahren.

Ich bin mir sicher, dass es Männern genau so gehen kann. Gerade auch dann, wenn ein Junge zum „starken Geschlecht“ erzogen wurde, wo Schwäche zeigen nicht angebracht war, usw. Und damit meine ich nicht zwangsläufig das Elternhaus, sondern jedes Umfeld, in dem es doch die klassische Rollenverteilung gibt. Jungs sind auch sicher mehr in diesem „Gruppen-Gedöns“ gefangen, das hat was Evolutionäres.

Ob man aber einen Kanner-Autisten verkannt hat, ihn erst als Asperger-Autist eingestuft hat? Ich weiß nicht. Ich glaube, bei weit überschrittenen Schmerzgrenzen ist das auch irrelevant.

 

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2 Antworten zu Mischformen – Aspie Mom

  1. unserlebenmitemily schreibt:

    Emily’s Psychiater meint, heutzutage wird gar nicht mehr in diese beiden Gruppen unterteilt. Es gibt nur noch ASS. Aber für die Einteilung der Schwere waren damals ihre starken Defizite ausschlaggebend. Da war sie 3 Jahre alt. Kompensieren kann sie leider gar nicht. Im SFZ kommt sie gut zurecht, aber in der „normalen“ Welt gar nicht.
    Ganz liebe Grüsse,
    Isabelle

    Gefällt 1 Person

  2. aspiemom schreibt:

    Vielen Dank!
    Ich bin ganz froh, dass man inzwischen nur noch ASS sagt, wenngleich es auch in der letztendlichen Konsequenz schon wichtig ist, wo man genau steht, denke ich.
    Wir haben unseren Sohn nicht erzogen nach dem Motto ‚ein Mann weint nicht‘, ‚ein Mann muss hart sein‘, das ist Nonsens, aber Du hast Recht, es ist die Erwartungshaltung der Gesellschaft.
    Richtig ist: die Schmerzgrenzen wurden mehrfach, bei ihm und auch bei mir, überschritten.

    Und: Evolution…. oh.ja.! Ein sehr spannendes Thema.

    Sorry, wenn da jetzt alles etwas wirr ist, ich bin durch.

    Gefällt 2 Personen

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