Neues Jahr – Neuanfang – Warum eigentlich?

Zuerst einmal möchte ich Euch allen meine herzlichsten Wünsche für 2017 aussprechen! Ich hoffe, Ihr hattet schöne Feiertage und einen guten Übertritt ins neue Jahr.

Und bedanken will ich mich! Bedanken, dass Ihr mich ein Stück in meinem Leben begleitet, da seid, Kommentare hinterlasst oder anderweitig Kontakt pflegt. Ich freue mich immer sehr über Eure Besuche.

2017

Irgendwie eine seltsame Zahl. Für mich. Ich hab’s zwar nicht so intensiv mit Zahlen, wie vielleicht manch anderer Autist, aber einige erreichen mich dennoch auf eine bestimmte Art und Weise. (Hier hatte ich mal was dazu geschrieben.) So ist nun eine 7 vorhanden. Die mochte ich noch nie. 7 => knallig rot => beißt!

In Verbindung mit anderen Ziffern fühlt sie sich an wie ein Außenseiter, der auf etwas lauert. Man weiß nicht, ob irgendwann irgendetwas kommt, und was es dann sein wird. Nicht unbedingt bedrohlich, aber doch beunruhigend, als müsse man sich immer in acht nehmen und hinter sich sehen.

Tolle Überleitung zu meinem eigentlichen Thema! *kicher*

Was erwarte ich vom neuen Jahr? Was soll besser werden, was möchte ich anders machen, erreichen, vermeiden? Was erhoffe ich mir, was sind meine Wünsche?

Nun, ich denke offen gestanden nicht so. Für mich ist die Nacht vom 31.12. zum 01.01. ganz nüchtern betrachtet eine wie jede andere auch. Ein Kalender-Datum. Ok, lauter als andere Nächte.

Natürlich haben auch wir einen etwas anderen Ablauf, der durchaus ins traditionelle Denken passt: Bei uns sind die Türen offen für alle, die bei uns sein wollen, sonst nicht wissen wohin, nicht allein sein wollen, usw. Es gibt Raclette, Leckeres zu trinken, zu Mitternacht wird mit Sekt angestoßen und das Feuerwerk betrachtet. Ein gemütliches Beisammensein, völlig ungezwungen, jeder so, wie er sich wohl fühlt. Meine Kids haben ihre Zimmer, in die sie sich jeder Zeit zurück ziehen können (was meine Tochter auch beim Showdown tut), mein Ältester hat auch Kumpels und Kumpelinchens da, die Generationen mischen sich zeitweise, und es ist immer sehr nett und lustig. Manche verlassen uns dann in den Morgenstunden, andere nutzen unsere angebotenen Schlafplätze.

Was es aber bei uns nicht gibt, sind vorgefertigte Floskeln ala „Im neuen Jahr soll alles besser werden.“

Wer hat das denn in der Hand? Ausschließlich wir? Und war im alten Jahr denn alles schlecht? Und selbst wenn – Können wir das Schlechte nicht auch für uns nutzen, etwas daraus zu lernen, es mitzunehmen und als Teil unseres Lebens betrachten? Müssen wir alles Negative immer verdrängen? Ich halte das für falsch.

Ich wünsche mir mehr denn je, gerade in unserer jetzigen Zeit, dass jeder noch ein bisschen mehr auf sich schaut. Nicht aus Egoismus heraus, sondern achtend und annehmend. Denn wir können nur an uns selbst arbeiten. Wir dürfen Fehler machen, wir dürfen Niederlagen erleben, aber auch Erfolg und Glück haben, stolz sein auf Geschafftes, Erreichtes, usw. Jeder Mensch ist doch ein Gesamtkonstrukt aus allem, was ihm widerfährt. Vielleicht bleiben auch Narben zurück, durch Verletzungen, die wir erlitten haben. Aber wir sollten aufhören, uns die Narben immer wieder raus zu schneiden.

Ich denke, zumindest auf mich trifft das zu, und ich arbeite daran, die Kunst, mit Negativem umzugehen liegt darin, es nicht zu verleugnen. Das gilt auch für eigene Defizite. Ich bin von Grund auf wiss- und lernbegierig. Und genau aus diesem Lernen aus dem eigenen Inneren heraus entsteht wiederum ein Lernen anderen gegenüber. Ein genaues Hinsehen. Ein Wahrnehmen. Ein Auf- und Annehmen.

Ich weigere mich, in einen Kreislauf von Dauer-Jammern und -Meckern zu geraten.

Ich weigere mich, überall „das Böse“ zu erahnen oder gar zu unterstellen.

Ich weigere mich, die Welt oberflächlich zu betrachten, nur, weil es bequemer erscheint. Keiner behauptet, leben wäre einfach. Aber man kann es sich auch oft unnötig schwer machen.

Ich halte mich gerne im Hier und Jetzt auf. Den Augenblick genießen. Mich mit der Umwelt vereinen. Die Teile einzeln betrachten und Gemeinsamkeiten heraus finden, nicht nur Unterschiede und Gegensätze. Ich schaue auf mich, weil ich wissen möchte, wie ich das Leben jeden Tag neu lebenswert machen kann.

Ich wünsche mir, dadurch etwas bewegen zu können. In mir, in meiner Familie, in meinem Umfeld, egal wie weitreichend es sein mag.

Ich wünsche mir, dass Menschen auch so auf mich zugehen können: offen, vorurteilsfrei, oder zumindest mit ein wenig Zeit fürs Wesentliche. Weil ich sie dazu einladen möchte.

Ich wünsche mir auch selbst Geduld mit anderen Menschen. Dazu benötige ich eben genau diese Wahrnehmung auch für „das Schlechte“.

Ich wünsche mir, genau in solch schweren Zeiten, die kommen werden, bei mir zu bleiben mit allen Sinnen.

Und ich wünsche mir, weiterhin für andere da sein zu dürfen, ohne mich selbst zu vergessen oder vergessen zu werden.

In diesem Sinne, nehme ich auch die 2017 an. Wer weiß, was mir die 7 zeigt.

Bleibt gesund und wohlauf, und ich hoffe, Ihr schaut auch weiterhin ab und zu hier rein!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Neues Jahr – Neuanfang – Warum eigentlich?

  1. lizzzy07 schreibt:

    Für mich steht schon fest: 2017 steht im Jahr des Reformationsjubiläums. 500 ist eine schöne Zahl: 2 x 5 x 5 x 2 x 5. Und so viele Jahre liegen zwischen 1517 (Thesenanschlag) und 2017. Eine Einladung zum philosophieren über Zahlensymbolik. Ansonsten finde ich die 17 eine krumme Zahl. Andererseits: Die Quersumme von 2017 ist 10 – das wiederum ist eine schöne Zahl. Sie ist rund. Damit verbinde ich Regeln – „Geregelt-sein“. Mit dem Jubiläum verbinde ich die Zusage: „Du bist gerechtfertigt allein aus Glauben und nicht aus Werken“ (frei nach Paulus). Also: „Du bist gut so wie du bist. Du bist geliebt, ohne etwas leisten zu müssen.“ Und ich wünsche mir, den Menschen so unvoreingenommen und vorurteilsfrei begegnen zu können wie ich angenommen bin – ohne Bedingung nämlich. Abgesehen vom Reformationsjubiläum (den dadurch feststehenden Terminen) und dem üblichen Programm („The same procedure as every year.“) bin ich auch gespannt, was die nächsten 363 Tage bringen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s