TEACCH

Zugegebenermaßen habe ich mich damit noch nie so wirklich auseinander gesetzt, weil mir lange nicht bewusst war, dass das quasi ein Ziel orientiertes Konzept ist.

Seit ich denken kann, gibt es bei mir Pläne und Listen, Kalender in sämtlichen Variationen, Zettelchen und Bilder. Immer schon brauchte ich die Visualisierung von Abläufen, damit ich den Überblick nicht verliere. Das zog sich dann vor allem ins Familienleben, in dem mehrere Personen organisiert werden müssen.

So geht bei mir nichts ohne Familienkalender, bei dem alles übersichtlich eingetragen wird, um Überschneidungen zu vermeiden, oder meinem Kalenderbuch, welches ich immer dabei habe, um Termine aller Familienmitglieder berücksichtigen zu können, bevor ein neuer dazu kommt.

Auch brauche ich wenigstens ansatzweise einen Tagesplan, und je wichtiger mir etwas ist, umso detaillierter werden einzelne Schritte notiert.

Für die Kinder gab es je nach Alter Ablauf-Hilfen in Form von Bildchen oder Stichworten.

Schubladen und manche Schranktüren weisen auf deren Inhalt hin, Kartons und Ordnungssysteme werden beschriftet und dementsprechend zusammen gestellt.

Eine andere Möglichkeit, die wir immer wieder nutzen, ist die Erinnerung an die Zeit mittels Eieruhr und unterschiedliche Wecker. Diverse Funktionen im Handy erleichtern einem, die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, besonders, wenn man in eine Beschäftigung vertieft ist.

So plane ich z.B. von einem Termin ab immer rückwärts:

Wann muss ich dort sein?

Wann muss ich los? (Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel wird meistens ausgedruckt.)

Wann muss ich vorher mit dem Hund raus?

Wann muss ich mich fertig machen, Sachen packen, usw.?

Wann muss ich aufstehen?

Dazu denke ich meistens in Viertel-Stunden-Blöcken, und teile mir so meinen Tag ein.

Natürlich wird auch immer ein Zeitpuffer mit einberechnet, falls etwas dazwischen kommt, denn zu spät kommen ist für mich ein absolutes „No-Go“, wie man so schön sagt. Jemanden auf mich warten lassen gehört zu den unangenehmsten Gefühlen, was meine Mitmenschen betrifft.

Ich sehe TEACCH also nicht als „Therapie“, sondern als Alltags- und Struktur-Hilfe, die man ganz nach Bedarf gestalten kann. Dazu gehört sicherlich persönliche Erfahrung, um zu erkennen, an welchen Punkten akribischer aufgeteilt werden muss.

Bei manchen Kindern reicht es z.B., wenn an der Tür der Toilette ein Bild hängt, das zum Hände waschen auffordert. Andere brauchen die einzelnen Schritte, wie „Wasserhahn betätigen – Hände befeuchten – Seife benutzen – Hände abspülen – Wasser abstellen – Hände abtrocknen“.

Das ist beinahe auf alles übertragbar.

Schön finde ich daran auch, dass die Kinder je nach Entwicklung selbst bei der Gestaltung eines Plans einbezogen werden können.

So lernen sie Stück für Stück, über das Hier und Jetzt hinaus zu sehen, und Zusammenhänge zu erkennen.

Im Netz gibt es viele schöne Beispiele, aus denen man sich das Passende zusammen stellen kann, deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf genauere Erklärungen.

Fazit:

Ich kann es nur empfehlen, denn der Kopf ist ohnehin schon voll von Gedanken, und es gibt für mich in diesem Zusammenhang nichts Schlimmeres, als das Gefühl, etwas vergessen zu haben.

Bei uns trägt TEACCH – wenn auch in sehr vereinfachter Form – unheimlich zur Entspannung bei.

Plötzliche „Überraschungen“ und dadurch entstehender Stress und Overloads werden so weitestgehend minimiert.

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